G'day!
Hier das Ende meiner Reisegeschichte mit Lisa.
Nachdem wir beide ziemlich fertig in Melbourne
wieder angekommen sind, ist Lisa am gleichen Tag direkt weiter auf ihre alte
Farm an der Great Ocean Road gefahren. Da ich noch schauen musste, ob mein
alter Chef im Restaurant mich wieder einstellt, bin ich erst einen Tag spaeter
hinterher gefahren. Ich hatte wirklich Glueck, mein Boss wollte mich erst ein
paar Tage spaeter wieder arbeiten lassen, das heisst ich bin zu Lisa auf die
Farm gefahren. Dort haben wir zwei Tage verbracht. Der Farmer war im Urlaub,
also hat sein Sohn Simon, der ein bisschen aelter ist als wir, zusammen mit den
zwei Maedels, die dort im Moment fuer ihr zweites Visumsjahr arbeiten, die Farm
am Laufen gehalten. Nach den zwei Tagen sind Lisa und ich dann weiter nach Port
Fairy gefahren. Die Kuestenstadt liegt zwar nicht mehr an der Great Ocean Road,
hat aber genau den gleichen Flair wie die anderen Doerfer an der Great Ocean
Road. Was wir dort erlebt haben, sind diese Dinge ueber die Filme gemacht
werden. Ueber Freiheit, Unabhaengigkeit, Freundschaft und das alles gemischt
mit ein bisschen Leichtsinn und Drama.
Nach den zwei unvergesslichen Tagen in Port
Fairy ging es fuer uns wieder in die Grossstadt Melbourne, wo wir dann noch
vier Tage zusammen verbracht haben und uns quasi von der einen Ecke in die
andere gechillt haben oder ab und zu mal aufgestanden sind um Souveniers fuer
Lisa zu shoppen. Lisa ist dann ein paar Tage spaeter schon nach Hause geflogen.
Der Abschied war kein Abschied im normalen Sinne, weil wir ja beide wussten,
dass wir uns in Deutschland wieder sehen :)
| Kunstnacht in Melbourne "White Night" |
| Schattentheater |
Ich habe jetzt nur noch ein paar Tage in
Melbourne und kann es kaum erwarten endlich wieder auf reisen zu gehen! Am 15.
Mai geht es fuer mich ab nach Alice Springs, von wo aus ich eine Tour zum Uluru
machen werde. Danach fliege ich weiter nach Sydney und von dort aus geht es
drei Tage spaeter dann nach Malaysia fuer 17 Tage. Ich wohne seit drei Wochen
wieder im Hostel und geniesse es vollkommen. Die vielen interessanten Leute die
ich kennen lerne, die alle eine andere Geschichte haben und andere Motivationen
haben, die sie zum reisen gebracht haben. Ich habe festgestellt, dass es drei
verschiedene Typen von Reisenden (bzw. Menschen, die hier reisen und arbeiten)
gibt.
Der erste Typ ist der Schulabgaenger. Der
Schulabgaenger ist typisch Deutsch. Die meisten Deutschen, die man hier trifft,
haben letztes Jahr Abi gemacht und legen erst mal eine Pause ein. Ich gehoere
also zu Typ 1.
Der zweite Typ ist der Uni-Absolvent. In diese
Kategorie fallen viele Englaender, Schweden aber auch einige Hollaender und die
meisten Asiaten. Diese Leute haben sich gedacht: "Ich bin 12 Jahre zur
Schule gegangen und hab dann direkt meinen Bachelor hinterher geschoben, ich
geh jetzt erst mal die Welt entdecken!"
Der dritte Typ ist der
"Bereits-voll-im-Beruf" – Typ. Das sind die Reisenden, die studiert
haben und schon einen festen Job hatten, aber aus irgendeinem Grund ist ihnen
zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen und sie dachten sich: "Dann eben
Australien".
Ich muss sagen, vor den Menschen, die zu Typ 3 gehoeren, habe ich
wirklich Respekt. Natuerlich ist es mutig nach dem Abi oder nach der Uni ins
Ausland zu gehen und neue Dinge zu wagen. Aber Menschen die schon einen festen
und sicheren Job hatten und ihren Job dann fuer Aushilfsjobs in Australien
aufgeben, finde ich wirklich mutig.
Ein Franzose aus meinem Hostel war in
Frankreich ein relativ gut bezahlter Banker. Nachdem aber seine Arbeitskollegen
die Bank gewechselt haben und das Arbeitsklima nicht mehr das gleiche war, hat
er sich selbst gesagt, dass er einen Bruch in seinem Leben moechte und neue
Dinge ausprobieren moechte. Jetzt arbeitet er halbtags in einem Café und macht
Kaffee. Aber er ist gluecklich mit sein Leben hier und das finde ich
faszinierend.
So viel zum Thema "Menschen und ihre
Geschichten".
Ich versuche noch ein paar Bilder vom Uluru zu
posten, wenn ich in Sydney bin. Wenn nicht, bin ich ja eh bald zu Hause. Mit einem
lachenden und einem weinenden Auge verlasse ich Australien. Ich wuerde sagen,
dass ich hier so ziemlich die spannendste, abenteuerlichste und interessanteste
Zeit meines Lebens hatte. Das was man in der Schule lernt, ist nix gegen das,
was ich hier gelernt habe.
Bis dahin,
Marie aus Down Under
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